Monatsarchiv: April 2010

Dreidimensionaler Quatsch?

Auch wenn ich im Moment eher selten ins Kino komme, ist selbst mir nicht entgangen, dass 3D plötzlich wieder der letzte Schrei ist. Im Kino ist es auch bestimmt ein Erlebnis, wenn etwas aus der Leinwand auf dich zukommt, so dass du glaubst, es anfassen zu können. Auch wenn du dir dafür eine total bescheuert aussehende Brille auf die Nase klemmst.

Jetzt meldete der Springer-Verlag anscheinend, dass die Bild-Zeitung eine 3D-Ausgabe rausbringen will:

Die Ausgabe soll den Angaben zufolge komplett in 3D realisiert werden und kann mit einer im Handel erhältlichen, kostenlosen 3D-Brille gelesen werden.

Berlin (ddp). Die Axel Springer AG will eine dreidimensionale Ausgabe der „Bild“-Zeitung auf den Markt bringen. Ein Verlagssprecher bestätigte am Sonntag auf ddp-Anfrage einen Bericht des Medienmagazins „new business“. Es handele sich zunächst um eine einmalige Aktion.

Ja, um Himmels willen, wozu das denn? Muss man denn jeder Sau, die gerade durchs Dorf gejagt wird, hinterherlaufen – auch wenn man gar kein Schweinefleisch isst?

P.S. Was kommt wohl als nächstes? Die Harry-Potter-Zeitung mit bewegten Bildern?

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Fußballer-Interviews

Hach, Fußball kann nach einem 14-Stunden-Arbeitstag so viel Spaß machen. Hier meine Favortiten von heute abend:

Iffika

Gemeint war Ivica [sprich: Iwitza] Olic. Aber van Gaal darf das ruhig, wenn seine Spieler ihn beharrlich [Luis Fan Gahl] aussprechen anstatt [Loui van Chaal].

Technik ist die bessere Lösung.

Arjen Robben bewirbt sich hier als Werbetexter mit einem möglichen Claim für Automobilkonzerne.

Fußballer-Interviews sind einfach großes Kino.

An der Nase herumgeführt

Bildquelle: Frank Arndt/Pixelio

Was war heute nicht alles los in der Welt? Google verkündete, sich in Topeka umbenennen zu wollen, das iPad schmolz dahin und die Bundesagentur für Arbeit verloste 10 x 10.000 Euro an Freelancer.

Der erste April muss der höchste Feiertag im Jahr eines Redakteurs sein, wenn er sich solche Meldungen ausdenken darf. Und wer weiß, was nicht alles geglaubt wird oder geglaubt werden will. Die 10.000 Euro für Freelancer haben mich auf jeden Fall gierig auf den Link klicken lassen, der zum Wikipedia-Eintrag „Aprilscherz“ führte. Der Bildblog kramte im Archiv, welche Aprilscherze schon von der Bildzeitung für bare Münze genommen worden waren.

Mein persönlicher Favorit unter den April-April-Falschmeldungen war aber die des Wissenschaftsmagazins epoc. Das verkündete, die Nase der Sphinx sei wiederentdeckt worden. Sie brachte gleich mehrere wissenschaftlich unheimlich fundiert klingende Argumente für die Echtheit der Meldung. Zum Beispiel:

Mit Hilfe der von Gérard Riche-Colben an der Université Paris-Sorbonne entwickelten Methode der induktorhinalen Kernspinresonanzphlogoskopie (irKsrp) hatten die Forscher zunächst den „geochemischen Fingerabdruck“ der Nase erstellt.

Und wo soll die berühmteste nichtexistente Nase der Welt zu finden sein? An einer Kirchenfassade in Schottland! Es gibt sogar ein „Beweisfoto“. Das Herz meines Herzallerliebsten, dessen Verstand die Meldung zwar sofort als Aprilscherz entlarvte, wollte das Wunder von Roslin nur zu gerne glauben. Die Vorstellung, in Ägypten (und wenn schon nicht dort, dann eben in Schottland) an der Nase herumgeführt zu werden, ist aber auch verlockend! Und endlich durfte ich mal die weniger Naive in unserer Beziehung sein.