Blogwichteln III

Es ist endlich so weit! Dogville bekommt Besuch und wird bewichtelt. Und zwar von der wunderbaren Constanze Wolff, die unserer kleinen Gemeinde eine ihrer heimatlosen Ideen beschert. A propos Bescherung … aber lest doch selbst:

Schenken für Fortgeschrittene

GeschenkeIch bekenne: Ich bin eine Schenkerin – und eine begeisterte dazu. Ob Firmenjubiläum, Familienfeierlichkeit oder diese eine hinreißende Kleinigkeit im Kramladen meines Vertrauens: Nichts ist nichtig genug, um nicht zum Anlass für ein kleines Präsent zu werden. Immer wieder und nicht nur zur Weihnachtszeit erstaunt es mich daher, wie schwer es vielen Menschen fällt, anderen eine Freude zu machen – umso mehr liebe ich jeden innovativen Ansatz, der dem abhilft.

Ansatz 1: Wichteln. Die meisten von uns kennen es aus dem Kindergarten, viele führen die Tradition in ihren Familien fort, um der allgemeinen Geschenkeflut Herr zu werden. Die Regeln sind schnell erklärt: Jedem Teilnehmenden wird eine andere Person zugelost, die es dann zu beschenken gilt, ein finanzieller Rahmen fördert die Kreativität und verhindert peinliche Unausgewogenheit. Besonders lustig ist das so genannte „Schrott-Wichteln“, bei dem ungeliebte oder ausrangierte Gegenstände liebevoll verpackt einem neuen Besitzer übergeben werden. Und am allerschönsten ist natürlich das „Dienstleistungs-Wichteln“, bei dem gegenseitige Gefälligkeiten ausgetauscht werden – schönstes Beispiel ist das Blogwichteln, dem dieser Beitrag entstammt.

Ansatz 2: anonymes Schenken. In einer Welt, die auf Leistung und Gegenleistung fokussiert ist, wird es immer schwieriger, ein Geschenk zu machen – allzu leicht fühlt der Beschenkte sich beschämt oder gezwungen, ein Gegengeschenk zu machen. Wer das umgehen möchte, schenkt anonym: z.B. an ein Kinderheim, den nächsten Oxfam-Shop oder eine Givebox in der Nähe. Was eine Givebox ist? Dabei handelt es sich um ca. einen Quadratmeter große Häuschen, die zurzeit überall in Deutschland aus dem Boden schießen und der anonymen Weitergabe von ungenutzten, aber noch gebrauchsfähigen Gegenständen dienen. Eine stets aktuelle Liste dieser Boxen gibt es unter http://www.givebox.net.

Ansatz 3: Kleinigkeiten wertschätzen. Die wichtigsten und schönsten Dinge im Leben sind unbezahlbar. Ein kleines Lächeln für den Kassierer im Vorweihnachtsstress, die aufgehaltene Tür für die Mutter mit Einkaufstaschen und Kinderwagen, Aufmerksamkeit und Wertschätzung für die Sorgen, Nöte und Freuden des unmittelbaren Umfeldes: Das kostet nichts und ist doch das größte Geschenk, das wir einander machen können.

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Foto: S. Hofschläger/Pixelio
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13 Antworten zu “Blogwichteln III

  1. Liebe Constanze,

    vielen Dank für deinen tollen Beitrag. Ich bin ja selbst auch eine Schenkerin – eigentlich. Aber Weihnachten kann mir das Schenken schon mal verleiden, wenn plötzlich Leere in Kopf und/oder Portemonnaie herrscht und ich eine lange Liste zu beschenkender Menschen habe, bei denen ich keine Idee für ein Geschenk habe. Da würde ich mir auch schon mal ein Dienstleistungswichteln wünschen … Aber andererseits will ich ja auch Geschenke kriegen (höhö).

  2. Da haben wir doch schon die nächste Textinen-Wichtel-Idee: Geschenke für die Lieben anderer aussuchen! :o)

  3. Pingback: Claim Werkstatt - Das Blog » Blogwichtelei, aktiv

  4. Stimmt! Das wär die Lösung! Mein Liebster und ich versuchen das auch schon im klitzekleinen Rahmen. Das führt aber meist dazu, dass ich dann für alle Geschenkideen entwickeln muss (er ist nämlich kein Schenker).

  5. Das Blogwichteln hat mir wieder Spaß am Wichteln beschafft (das war sonst nicht so meins 😉 Aber: Deine Anregungen zum anonymen Schenken finde ich klasse. Und auch die Kleinigkeiten, die einem das Leben schenkt. Mir fallen sie im Moment auch mehr auf – und ich „verschenke“ sie auch bewusster. Man muss einfach nur darauf achten!

  6. Wunderbarer und optimistischer Text! Danke.

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